Drei Worte und für viele Kinder wie Erwachsene entsteht wie aus dem Nichts ein Universum aus Fantasie, Emotionen und Erinnerungen.
Schon seit Jahrtausenden erzählt man sich Geschichten, die von Mund zu Mund weitergegeben werden, zum Teil die Zeiten überdauert haben und auch heute noch Kinderaugen zuerst vor Spannung weit werden und dann vor dem Schlafengehen erzählt (hoffentlich) bald zufallen lassen. Es sind Geschichten, in denen es klar zugeht: die Bösen sind böse, die Guten sind gut und für die Schwachen und Benachteiligten ist das glückliche Ende „reserviert“.
Märchen sind moralische Instanz und menschliche Sehnsucht nach einer Welt, in der es „gerecht“ zugeht, gleichermaßen. Und wie schön wäre es gerade in der heutigen Zeit, wenn man aus tiefster Überzeugung sagen könnte: „Es wird alles gut!“
Auch in den Märchen, die das JUSOM in seinem Herbstprojekt musikalisch zum Leben erweckte, wird am Ende tatsächlich alles irgendwie gut. Zwar wird Tannhäuser die Vergebung seines lasterhaften Ausflugs in die Untiefen des Venusberges nicht mehr im Diesseits zuteil, aber der ergrünte Priesterstab scheint als göttliches Zeichen auf die Vergebung der Sünden und ein Zueinanderfinden mit Elisabeth im Reich Gottes hinzudeuten. Auch Verdis Nabuco (italienischer Name des babylonischen Königs Nebukadnezar) wird nach der Bekehrung zum jüdischen Glauben zu einem „Happy End“ geführt. Und selbst der tragische Tod des berühmtesten Liebespaares der Welt, Romeo und Julia, führt am Grab der beiden Liebenden wenigstens zur Versöhnung der verfeindeten Familienclans. Etwas anders verhält es sich mit dem Schicksal Odettes als verzauberter Schwan und Siegfried, dem edlen Prinzen, der den Bann der Verzauberung brechen kann. Je nach Fassung endet das Ballett Schwanensee wie im Märchen oder eben als große Tragödie.
Ist es bei den großen antiken und klassischen Erzählungen meist etwas verzwickter, ähneln Filme und Musicals dieser Tage häufiger den klaren Verhältnissen früherer Märchen. Und so entführte das JUSOM die Zuhörerinnen und Zuhörer im zweiten Teil zu den „Happy Ends“ der Disney-Filme Aladdin und Prince of Egypt über den Hollywood-Blockbuster „Pirates of the Caribbean“ bis hin zum Phantom der Pariser Oper und begeisterte in Löningen im Forum Hasetal wie auch in der Europahalle in Vechta mit seinen Konzerten zum Beginn der Adventszeit.